«Die jungen Leute liegen mir am Herzen.»

Sie ist seit 19 Jahren mit viel Herzblut im Unternehmen und als ­Verantwortliche Verkauf und Ausbildung gleich an mehreren Fronten ­gefordert. Nebst den täglichen Herausforderungen im Betrieb legt 
Jacqueline Di Marco besonders viel Wert auf die Ausbildung junger Menschen. Für das Geschäftsleitungsmitglied ist klar: «Sie sind unsere Zukunft.»

Jacqueline Di Marco, Sie arbeiten seit 19 Jahren für die Confiserie Bachmann. Warum ist Ihnen der Job bis heute nicht verleidet?
Jacqueline Di Marco:Weil es mir hier nie langweilig wird. Ich bin Mitglied der Geschäftsleitung und des Stiftungsrats, aber trotzdem nicht nur im Büro vorzufinden, sondern auch in den Fachgeschäften anzutreffen. Ich verstehe mich als Teamplayer und liebe es, selber an der Front zu sein und die Mitarbeitenden dort zu unterstützen. Deshalb lege ich auch selber gerne Hand an. 

Sie sind unter anderem verantwortlich für den Verkaufsbereich. Welches ist Ihr Lieblingsprodukt?
Ich hole mir jeden Morgen eine helle Schale und ein Pausenbrötchen. Das brauche ich, um erfolgreich in den Tag zu starten. Wir haben viele tolle und leckere Produkte, die ich stets koste und zu denen ich bei Bedarf meine Rückmeldung abgebe. 

Welche Aspekte sind, nebst der Qualität der Produkte, im Verkauf besonders wichtig?
Im Vergleich zu früher hat sich einiges getan. Gesellschaftliche Veränderungen machen auch vor unseren Fachgeschäften nicht halt. Alles in allem sind die Aufgaben im ­Verkauf schnelllebiger und anspruchsvoller geworden.

Wie äussert sich das?
Die Kundschaft wünscht sich einerseits qualitativ ­immer ­bessere Produkte und andererseits eine immer grös­sere Sorti­mentsvielfalt. Zum Beispiel ist die Nachfrage nach ­Nischenprodukten wie veganen oder laktosefreien Waren am Wachsen. Deshalb möchten wir stets der Kundschaft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten sowie eine kompetente Beratung und einen einwandfreien Service bereit­stellen. Aus diesen Gründen ist die Arbeit unserer Verkäuferinnen und Verkäufer umso bedeutender, denn sie sind die Visitenkarte unseres Unternehmens.

«Durch konstruktive Kritik können wir uns verbessern und noch mehr auf die Kundenwünsche und ­Anregungen eingehen. »

Müssen Sie heute mehr Kritik einstecken?
Wie man sagt: Kritik ist die höchste Form der Zuneigung, sie schmeichelt uns zwar nicht, macht uns aber besser. Durch konstruktive Kritik können wir uns verbessern und noch mehr auf die Kundenwünsche und Anregungen eingehen. Wir nehmen jede Rückmeldung ernst und versuchen, daraus Massnahmen abzuleiten. Zudem schulen wir unsere Mitarbeitenden dazu, wie sie am besten mit Kritik an der Front umgehen können. Das Wohlergehen der Kundschaft und der Mitarbeitenden ist mir sehr wichtig. 

Nebst zahlreichen weiteren Aufgaben sind Sie auch für die Lehrlingsausbildung im Verkauf zuständig. Die ­Confiserie Bachmann bildet regelmässig Lehrlinge aus. Warum eigentlich?
Wir vergeben jedes Jahr zwischen sieben und zehn Lehrplätze – darunter dreijährige EFZ- und zweijährige EBA-­Lehren. Aktuell sind im Verkauf rund 25 Ausbildungsplätze besetzt. Bei der Confiserie Bachmann wissen wir: Wenn wir heute auf einen jungen Menschen setzen, ernten wir morgen dafür die Früchte. Die jungen Leute liegen mir am Herzen, weil sie unsere Zukunft sind. 

Worauf achten Sie bei der Wahl des Nachwuchses?
Auf ganz unterschiedliche Dinge. Die Noten sind dabei nicht das Wichtigste. Uns interessiert viel mehr, welcher Mensch hinter einer Bewerbung steht. Ausstrahlung, Herzlichkeit, Umgangsformen, Interesse sowie manuelles Geschick und Organisationstalent sind entscheidende Kriterien, um bei der Confiserie Bachmann eine Lehrstelle zu bekommen. 

Jugendliche, die sich um eine Stelle bewerben, sind ­oftmals unsicher und unerfahren. Wie finden Sie die ­richtigen Leute?
Wer bei uns seine Lehre machen möchte, absolviert eine fünftägige Schnupperlehre. Das hat sich sehr bewährt, denn die Erfahrung zeigt: Ein Mensch kann sich nicht fünf Tage lang verstellen. Während dieser Zeit lernen wir die Jugendlichen kennen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Wer uns während der Schnupperlehre überzeugt, hat eine gute Chance auf eine Lehrstelle. 

Sie scheinen mit dieser Taktik gut zu fahren.
Auf jeden Fall. Wenn unsere Lernenden ihre Ausbildung abschliessen, sind sie nicht nur erwachsen, sondern auch bereit und reif für den Arbeitsmarkt. Auch dieses Jahr haben wieder zehn Lernende ihre ­Abschlussprüfung absolviert, gleich sieben davon bleiben ­unserem Betrieb erhalten. Darauf sind wir stolz.

Lassen Sie uns noch kurz über Ihr Privatleben sprechen. Wie ich gehört habe, wird es Ihnen auch zuhause nicht langweilig …
(lacht) Im Gegenteil! Früher bezeichnete ich das ­Geschäft immer als «mein Kind». Das ist heute immer noch ein bisschen so, nur sind in der Zwischenzeit ein Ehemann und zwei Kinder dazugekommen. Deshalb arbeite ich Teilzeit, was als Geschäftsleitungsmitglied nicht selbstverständlich ist. Dies spricht einmal mehr für die Confiserie Bachmann.  Mein Mann ist übrigens auch mitverantwortlich dafür, dass ich 1998 von der Confiserie Bachmann angestellt wurde. Er unterstützte mich damals beim Verfassen meiner Bewerbung – und dafür bin ich ihm bis heute dankbar.